Sendepause – Charles Canary schweigt. Seit über vier Wochen. Ist das schon die Kapitulation? Erschlagen von der „Gesamtsituation“? Oder einfach nur Frühjahrsmüdigkeit? April, April!

Es ist viel los momentan. Zu viel. Man kommt kaum hinterher die Schlagzeilen und Tickermeldungen zu verarbeiten. Zu verkraften. Zu verdauen. Passend zur Devise des US-Präsidenten: „Flood the zone with shit!“ Das ist ein wesentlicher Teil seiner „Strategie“. Möglichst Unmengen an Mist verbreiten. Denn dann geht vieles unter 😉 und nebenbei wird die Messlatte des Unfassbaren stetig weiter in galaktische Höhen nach oben gehievt. Ein Beispiel? Seine Rede vor dem Kongress. In Megalänge und gespickt mit Aussagen und Informationen, die die Faktenchecker wochenlang beschäftigen werden. Wir wollen uns die Einzelheiten ersparen. Nur so viel – am Folgetag wird die Rede mit „immerhin hat er nicht den Austritt aus der NATO verkündet“ kommentiert.

Ein humoristisches Stilmittel ist die Überspitzung. Übertreibung. Bis zur Absurdität. Angenommen Charles hätte vor Monaten vor sich dahin fabuliert: höhöhö… Trump könnte auf die Idee kommen, Grönland zu annektieren oder – weil´s näher liegt – Kanada. Oder er könnte den Golf von Mexiko umbenennen. Oder, oder, oder. Naja, ihr wisst schon. „Flood the zone…“ Da kann doch kein halbwegs seriöser Komiker mithalten.

Selbst im Mutterland der gehäkelten Toilettenpapierüberzüge wurde nun eine Schippe der Undenkbarkeit „draufgelegt“. Der Kanzler in spe peilt eine Rekordverschuldung an. Diese hat er den knausrigen Sparfetischisten – aka SPD – aufgedrängt. Das vorsehbare „Dududu“ der grünen Verbotsprofis wurde umsichtig eingepreist. 500 Milliarden hier, gestreckt auf 10 Jahre da. Zuzüglich „zusätzlich“ und möglichst kreuz und quer auf  zig unterschiedliche Töpfe verteilt. Die Verwirrung ist perfekt und dient der Unnachvollziehbarkeit. Es wird Zeit, dass sich „Die Anstalt“ die Mühe macht und das Beschlossene mal ein bisserl aufdröselt. Wer mit wem? Und wieso steckt hinter allem die FIFA?

In den Talk-Shows wird über Wahlbetrug und Täuschungen spekuliert. Leider müssen wir die dort vertretene Prominenz enttäuschen. Es ist eine maßlose Selbstüberschätzung der Wichtigkeit dieser allabendlichen Gesprächsrunden. Wieso sollte die Work-Life-Balance optimiert werden, um dann die gewonnene Lebenszeit darauf zu verschwenden den ewiggleichen Omniexperten dabei zuzuhören, wie sie sich gegenseitig Vorlagen geben, die ein geübter Telefonjoker ebenso verwandeln könnte? In der Leitung befindet sich Franz Schawupke aus Wuppertal: „welche Antwort würden Sie geben, wenn Sie aus Sicht der Grünen antworten müssten?“ Würden die Sendungen bei den privaten Sendern laufen, dann gäbe es bestimmt ein Antwort-Einsagen per SMS.

Doch wir wollen mit den Talk-Shows nicht zu hart ins Gericht gehen. Auch dort herrscht Flaute. Die meisten Standardgäste sind ausgelaugt. Vom auszehrenden Wahlkämpfen. Oder noch beschäftigt mit dem Rote-Linien-Ziehen bei Koalitionsverhandlungen. Nun gilt es für die zweite, dritte oder gar vierte Garde die entstehenden  Lücken zu füllen. Ich nenne keine Namen, aber man kann es sich gut vorstellen. Da klingelt beim ehemaligen Konzernchef das Handy. Während des frühmorgendlichen Trainings auf dem Stepper. Klingelton: Survivor – Eye of the tiger. „Huhu – haben Sie heute Abend spontan Zeit für ein bisserl Plaudern bei #Lanz?“ Im Hinterkopf dreht sich das Namenkarussell: oh weh, wer hat denn da schon wieder alles abgesagt? „Na gut, ich mach´s. Aber nur wenn ich Werbung für mein Buch machen darf. Das ich nächstes Jahr schreiben werde. Ach – wie ist eigentlich das Thema der Sendung? Egal – ich habe eh Zeit.“

Abschließend – von wegen Undenkbarkeit. Aufgrund der Klickzahlen lässt sich zweifelsfrei belegen, dass die Mehrheit der Deutschen bereits im Herbst über die anstehende Anpassung der Schuldenbremse (Gruselige Konsequenz)  informiert wurde. Charles Canary sei Dank.

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Beitragsbild: Foto Tim Mossholder von Pexels