Ich gebe zu, dass ich mich über das Interesse von gleich zwei TV-Produktionsfirmen, die mich bezüglich der Rechte für die Söder-Merkel-Baywatch-Szene aus dem Unwetter-Blogeintrag (https://charlesbullauge.blogspot.com/2021/01/unwetter.html) kontaktiert hatten, tüchtig gefreut habe. Die Pandemie legt mindestens eine ordentliche Verschnaufpause ein und eine fetzige Politiker-retten-uns-alle-Nummer würde vor allem hinsichtlich des anstehenden Wahlkampfes für eine tolle Einschaltquote sorgen. Zum bereits erwähnten Unwetter-Szenario könnte noch Laschet als allzeit gutgelaunter Eisverkäufer und Bärbock im Jute-Bikini ergänzt werden. Doch nach reiflicher Überlegung habe ich mich dagegen entschieden. Denn wie wir heute wissen, haben die politischen Akteure höchstwahrscheinlich nur am Rande mit dem Verlauf der Pandemie zu tun gehabt.

 

Wohlwollend ließe sich unterstellen, dass der politische Radau wie eine Art Weckton gewirkt hätte. Doch in der Realität wird permanentes, nerviges Gebimmel meist mit einem Kissen betäubt oder die Lärmquelle wird direkt aus dem Fenster geworfen.

 

 

Nein, die eigentlich verantwortlichen Hauptdarsteller für das Erreichen sind wir alle. Das Volk! Eine gewaltige Portion gesunder Menschenverstand mit der Beilage Disziplin garniert mit einem Grundvertrauen in die Wissenschaft half dabei die erforderlichen Regeln und Maßnahmen so umzusetzen, dass das heimtückische Virus von dem Alarm- in den Standby-Modus gewechselt ist.

 

 

Nochmal ein paar grundsätzliche Gedanken zur Ausgangslage: Wofür ist das hierzulande ansässige Volk bekannt? Klammern wir mal Bier, Braten und Oktoberfest aus, dann fällt einem da auch die „German Angst“ ein. Sicher eine schöne Schublade. Doch Risikobereitschaft lässt sich auch messen. Zum Beispiel im Bereich der Finanzanlagen und -investitionen. Aktien zur Altersvorsorge? Lieber nicht! Oder anhand des Versicherungsstatus. Die Deutschen gelten im weltweiten Vergleich als bestens versichert. Eben – Versicherung zur Vermeidung von Risiken. Bildlich denkt man da an eine ganze Generation die Ersatzklopapierrollen im Auto durch die Gegend kutschierte und Brillen hatte, die für alle Fälle sowohl als Lese- als auch als Sonnenbrille einsetzbar waren.

 

 

Es war also nicht anzunehmen, dass die Deutschen sich in Braveheart-Manier mit lautem Gebrüll auf das Virus stürzen würden. Nebenbei bemerkt haben andere Länder dies erfolglos versucht. Angriff ist in diesem speziellen Fall wohl eher nicht die beste Verteidigung.

 

 

Kommen wir zurück zur Staatstrilogie. Das Volk hat also die Hosen an. Dazu das passende Zitat von Joseph de Maistre: „jedes Volk hat die Regierung, die es verdient“. Und die aktuelle Regierung – speziell die Regierungschefin – wurde mehrfach wiedergewählt. Und es lässt sich weder behaupten, dass Mutti Merkel in all den Jahren grundlegende Verhaltensanpassungen an den Tag gelegt hätte oder, dass beim jeweiligen Wahltermin mangels Alternativen nur eine Partei auf dem Wahlzettel geführt worden wäre.

 

 

Zusammenfassend wäre das dann die Kombination aus einer ängstlichen Bevölkerung und einer fürsorglichen, vorsichtigen Politik. Schon erscheint das erzielte Ergebnis nicht mehr ganz so verblüffend unerwartet. Irgendwo dazwischen tummeln sich dann noch die Medien mit den Aufgaben Kommunikation und Information. Dazu wird es einen eigenen Blogeintrag geben.

 

 

Um die bestehende „Verhältnis“ zwischen Politik und Volk aufzubrechen, müssten wir schon ungewöhnliche Wege gehen. Wie wäre es mit einem Losentscheid? Alle vier Jahre kommen die Namen aller Wählbaren in eine Lostrommel – zusammen mit einer gehörigen Portion Gottvertrauen in die Stochastik. Danach würde einem unglücklich Auserwählten nur noch eine ärztlich verschriebene Parlamentsbefreiung helfen. Wenn das nicht klappt, dann heißt es Ärmel hoch und frohen Mutes hinein ins Debattengefecht.

 

 

Als Zugabe für meine treuen Leser gewähre ich jetzt noch weltexklusiv einen raschen Blick auf den Entwurf für ein mögliches nächstes Werk. Mehrere TV-Sender haben bereits angefragt, ob ich für den Fall, dass der Söder Markus doch noch Kanzlerkandidat werden würde, ein kleines Heldenepos für eine mögliche Verfilmung verfassen könnte. Nichts leichter als das: Augen zu und Kopfkino an: Söder schwingt sich als Lendenschurz-Tarzan an einer Liane hängend von Baum zu Baum und die Dschungelnovizin Annalena Bärbock als holde Jane wartet sehnsüchtig auf ihren ungestümen Retter. Merz, Laschet und Lindner als Großwildjäger im todschicken Khaki-Look pirschen sich durchs wuchernde Unterholz. Die Rolle des wilden Affen ist noch nicht vergeben. Ausschreibung läuft…